Eine leistungsfähige Späneabsaugung ist für den Betrieb stationärer Holzbearbeitungsmaschinen unerlässlich, entwickelt sich im Werkstattalltag jedoch häufig zur dominanten Lärmquelle. Das aggressive Dröhnen des Radialventilators, kombiniert mit dem lauten Rauschen der durch Wickelfalzrohre schießenden Späne, übertönt oft sogar das Sägegeräusch der Maschinen.

Dauerhafter Lärm führt zu Stress, beeinträchtigt die Konzentration und birgt akute Gesundheitsrisiken für das Gehör. Glücklicherweise lässt sich die Lärmemission einer Absauganlage mit gezielten akustischen Maßnahmen um viele Dezibel reduzieren. Wer diese Schallschutzprinzipien umsetzt, schafft eine ruhige Arbeitsumgebung und ergänzt perfekt die baulichen Maßnahmen für Werkstatt-Lärmschutz.

Akustische Ursachen der Geräuschentwicklung an Absauganlagen

Um eine Absauganlage wirksam zu beruhigen, muss man die primären Schallquellen analysieren.

Die Hauptursache für den hohen Schalldruckpegel ist das Laufrad des Radialventilators. Um den erforderlichen Unterdruck von 1800 Pa aufzubauen, rotieren die Stahlschaufeln mit Drehzahlen von rund 2850 U/min laut Typenschild. Beim Passieren der Gehäusezunge reißt die Strömung periodisch ab, was zu einem durchdringenden Pfeif- und Sirenenton führt (Drehklang). Standardanlagen erreichen hierbei ungedämpft Schalldruckpegel von 82 dB(A) bis 88 dB(A) laut Datenblatt.

Die zweite Schallquelle ist der Körperschall: Vibrationen des Motors und unrund laufende Schaufelräder übertragen Schwingungen auf das dünne Blechgehäuse des Abscheiders und den Maschinenrahmen. Dieser fungiert wie der Resonanzboden einer Gitarre und strahlt tieffrequentes Dröhnen in den Raum ab. Hinzu kommen Strömungsturbulenzen an Rohrbögen und Querschnittsübergängen im Leitungsnetz der stationären Absauganlage.

Rohrschalldämpfer und Telefonieschalldämpfer im Leitungssystem

Ein erheblicher Teil des Ventilatorlärms wird direkt über die Luftsäule durch die Rohrleitungen bis an die Maschinenarbeitsplätze transportiert.

Hier schaffen professionelle Rohrschalldämpfer (Telefonieschalldämpfer) nach DIN EN ISO 7235 wirksame Abhilfe. Ein Rohrschalldämpfer besteht aus einem perforierten Innenrohr aus verzinktem Lochblech, das von einer 50 mm dicken Schicht aus hochdichter Mineralwolle oder Akustikschaumstoff umgeben ist laut Datenblatt. Ein Außenmantel aus Wickelfalzrohr dichtet das Bauteil luftdicht ab.

Wenn die Schallwellen durch das Innenrohr laufen, dringen sie durch die Lochung in das Absorptionsmaterial ein, wo die Schallenergie durch Reibung der Luftmoleküle in Wärme umgewandelt wird. Ein direkt hinter dem Saugstutzen der Absauganlage installierter Schalldämpfer mit 1000 mm Baulänge laut Datenblatt reduziert den Schallpegel im Rohrnetz um 10 dB(A) bis 16 dB(A). Wichtig: Das Lochblech muss so feinmaschig ausgeführt sein, dass sich keine Hobelspäne im Dämmmaterial verfangen können.

Kapselung des Aggregats durch schallisolierte Einhausung

Ein wirksamer Ansatz zur Minderung des direkten Luftschalls ist der Bau einer maßgeschneiderten Schallschutzkabine um das Ventilatoraggregat.

Eine einfache Holzkiste aus dünnem Sperrholz reicht hierbei nicht aus. Akustisch wirksame Einhausungen setzen auf das Masse-Feder-Masse-Prinzip nach DIN 4109. Die Wände werden aus zwei Lagen schweren 18 mm OSB- oder Gipskartonplatten aufgebaut, zwischen denen eine Schicht Bitumenschwerfolie verklebt wird laut Datenblatt. Die Innenseite der Box wird lückenlos mit 40 mm schwerem Verbundschaumstoff laut Datenblatt ausgekleidet.

Auch hier gilt die oberste Regel: Für ausreichende Wärmeabfuhr muss gesorgt werden! Ein 2 kW Elektromotor laut Typenschild gibt erhebliche Wärmemengen an die Umgebung ab. Die Zu- und Abluftöffnungen der Box werden als Schalldämmlabyrinthe mit mehrfachen Umlenkungen ausgeführt. Bei korrekter Ausführung sinkt die Geräuschabstrahlung der Anlage um 15 dB(A) bis 20 dB(A) laut Messprotokoll.

Senkung der Ausblasgeräusche durch großflächige Patronenfilter

Bei herkömmlichen Absauganlagen wird die gereinigte Luft durch einen einfachen Stoffsack zurück in den Raum geblasen. Die Austrittsfläche ist relativ klein, wodurch die Luft mit hohem Impuls austritt und lautes Zischen erzeugt.

Wird der Stoffsack durch eine moderne Filterpatrone mit gefaltetem Polyestervlies ersetzt, vergrößert sich die wirksame Filterfläche von 1,5 m² auf 3,5 m² bis 5,0 m² laut Datenblatt. Durch die mehrfach vergrößerte Fläche sinkt die Austrittsgeschwindigkeit der Abluft drastisch. Die Strömung verlässt den Filter sanft und nahezu geräuschlos.

Feinste Partikel scheidet die Nachrüstung auf einen Absauganlagen Patronenfilter zuverlässig ab, da hochwertige Filterpatronen der Staubklasse M Partikel bis 0,1 µm zurückhalten.

Auslagerung des Aggregats in einen Nebenraum oder Schuppen

Wenn bauliche Gegebenheiten es erlauben, stellt die räumliche Trennung von Maschine und Absauger die eleganteste Lösung dar.

Wird die Absauganlage in einer gedämmten Garage, einem Schuppen oder einem ungenutzten Nebenraum platziert, bleibt die Lärmemission in der Werkstatt auf ein Minimum beschränkt laut DGUV Information. Zu beachten ist hierbei lediglich der Druckausgleich: Wird Luft aus der Werkstatt in einen Nebenraum geblasen, muss eine schallgedämpfte Rückströmöffnung vorhanden sein, um einen Unterdruck im Werkstattraum zu vermeiden.

Resonanzdämpfung an Gehäuseblechen mit Schwermatten

Dünne Blechwände von Zyklonkegeln und Ventilatorgehäusen neigen dazu, durch den turbulenten Luftstrom in starke Eigenschwingungen zu geraten.

Durch das flächige Aufkleben von selbstklebenden Butyl-Schwermatten mit 2,5 mm Stärke und einem Flächengewicht von 4 kg/m² laut Datenblatt wird die Biegesteifigkeit des Blechs erhöht. Der sogenannte Entdröhnungseffekt verhindert das metallische Scheppern beim Aufprall harter Holzäste oder Aststücke. Das Klangbild der Absaugung wird dadurch deutlich tiefer, dunkler und für das menschliche Ohr subjektiv wesentlich angenehmer wahrgenommen laut akustischen Vergleichsmessungen.

Schwingungsentkopplung an Standfüßen und Wandkonsolen

Häufig wird übersehen, dass sich Vibrationen des Ventilators über den Fußboden als Körperschall im gesamten Gebäude ausbreiten.

Durch das Unterlegen von hochdämpfenden Elastomerplatten (Sylomer) unter die Maschinenfüße lässt sich die Körperschallübertragung um bis zu 90 Prozent reduzieren laut Datenblatt. Bei Wandkonsolen verhindern Gummi-Metall-Schwingungsdämpfer nach DIN 4109 das Vibrieren von Wänden und Decken, was insbesondere in Wohnhäusern für nachbarschaftlichen Frieden sorgt.

Zusätzlich lohnt sich die Auskleidung von Raumecken hinter der Absauganlage mit Bassfallen aus hochdichter Steinwolle mit mindestens 50 kg/m³ Raumgewicht laut Datenblatt. Tieffrequente Raummoden im Bereich von 50 Hz bis 100 Hz, die durch das Brummen des Motors angeregt werden, werden dadurch absorbiert. Der Schalldruckpegel im Raum sinkt messbar und das unangenehme Wummern in angrenzenden Werkstattbereichen verschwindet vollständig.